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Marie-Madlen Weber



Anwesend/Abwesend
2012, Wachs (Paraffin), 0,30m x 0,90m x 2,00m
Während der sechstägigen Debütantenausstellung, in der Akademie der Bildenenden Künste München, schläft Marie Madlen Weber jede Nacht auf einem Wachsblock. In der Nacht nimmt der Block langsam die Körperwärme der Künstlerin an und gibt ihrem Körpergewicht zögerlich nach. Am nächsten Morgen sind für den Betrachter erste feine Körperabdrücke im Wachs zu sehen. Für den Betrachter sind lediglich die Spuren des Körpers der Künstlerin im wieder erkalteten Wachs sichtbar, die sich von Tag zu Tag deutlicher abzeich- nen. Die Anwesenheit Marie Madlen Webers bei Nacht, zeigt sich während der Ausstellungseröffnung durch den schrittweise sich vertiefenden Abdruck. Bei Tag ist sie abwesend und doch zeugen die Veränderungen imaginär von ihrer körperlichen Präsenz.






7,14, 21
2012, Wachs (Paraffin), 2,00m x 0,45m x 0,45m
An drei aufeinander folgenden Tagen sitzt Marie
Madlen Weber jeweils sieben Stunden auf einem massiven Wachssockel.
Durch Wärme wird das Material weich und beginnt sich, zähflüssig geworden, zu verformen. Es quillt über die Sockelkante, zieht sich Richtung Boden und verändert
so Schrittweise die Skulptur. Die Form ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Körperwärme und vergehender Zeit. Der Wachssockel dient als Ausgangsmaterial, das für ein Prinzip der ständigen Veränderung genutzt wird. Das Wachs für die Arbeit „7,14,21“ wurde schon in einer früheren Installation „Raum orange“ genutzt. In den unterschiedlichen Arbeiten geht es um die Interaktion von Material und Körper, wobei die Körperwärme jeweils eine ausschlaggebende Rolle spielt, die dann auch den Formungsprozess bestimmt. Durch Erhitzen wird das Material flüssig, löst sich also von einer bestimmten Form, um dann wieder bestimmt zu werden und neue Abdrücke aufnehmen zu können, die durch Interaktion zwischen Körper und Wachs entstehen.
Der Wachssockel steht nach drei Tagen als Skulptur
im Raum und die Fotografien zeigen die Stadien seiner Transformation. Im Abdruck speichert sich die negative Form und gibt eine Ahnung vom menschlichen Körper, der mit dem Material interagiert hat.










Mein Zimmer
2009-2011, Diverse Materialien, 4,00m x 2,80m x 2,50m
„Man kann jedes Ding noch so sehr zertrümmern, immer bleiben Dinge übrig.“ (Hartmut Böhme)
Sämtliche Gegenstände des Zimmers in dem ich lebe, werden in einem mehrstufigen Vorgang der Zerlegung und Abformung in fragile Hüllen verwandelt.
Zunächst werden Textilien, wie z.B. Vorhänge, Bettwäsche, Handtücher, die sich im Raum befinden zerrissen und zermahlen. Mit dem daraus angerührten Brei, werden dann alle Kleidungsstücke umformt. Als nächstes werden die Kleider ihrer Ummantelung entnommen, selbst zerrieben und in Hüllen für die Bücher des Zimmers verwandelt. Auch die Bücher werden daraufhin zerkleinert, um die Möbel zu umformen. Schließlich um- schließen die zertrümmerten Möbel Fußboden, Decke und Wände des Zimmers.
Alle Gegenstände des Zimmers haben jetzt ihre alte Materialität verloren und damit auch ihre Funktion und ihren Wert. Zurück bleiben nur noch Hüllen ihrer einstigen Gestalt.








Performance und Installation
2009, Plastik, Papier, Stein, Holz, Metall, 6m x 3m x 3,5m
Florian Rautenberg baut in einem Raum mit Plastik, Papier, Stein, Holz und Metall eine Installation, in der die Materialien eine neue Komposition eingehen, die einem Bühnenbild gleicht.
Dann kommen die Zuschauer, Florian Rautenberg nutzt seine Installation als großen Spielplatz. Marie-Madlen Weber performt mit ihm als konträrer Widerpart. Im Gegensatz zu Rautenberg, der auf die Fülle an Materialien mit einem kindlichen, chaotischen Spiel reagiert ist Marie-Madlen Weber davon überfordert: Sie versucht sich eine vielleicht unmögliche Klarheit zu schaffen, indem sie die Installation dekonstruiert. Die Spuren der Installation werden auf diese Weise verwischt, verändert und verschwinden an manchen Stellen ganz.
  
    

          






Raum Orange
2009, Wachs, Spanplatte, Rigips, 2,40m x 2,07m x 2,07m

(Ausschnitt) Josef Guggenberger
Einem begehbarer Raum, dessen Boden, Decke und Innenwände vollständig mit Wachs ausgekleidet sind, liegt das Prinzip von Veränderung und Umgestaltung zugrunde. Zu Beginn wiesen die Wachswände des Quaders eine glatte Oberfläche auf, die im Laufe der Ausstellung durch das Betreten, Berühren und Modellieren der Besucher verschiedener Veränderungen unterzogen wurden.
Die aktive Beteiligung des Rezipienten und die dadurch hervorgerufene haptisch-sinnliche Erfahrung werden auch durch die Lichtkonzeption des Raumes unterstützt: der Besucher betritt einen Rückzugsort, in den einzig durch den schmalen Eingangsspalt Tageslicht von außen auf die in warmem Orange gehaltenen Wachswände fällt.
Der wächserne Innenraum zeichnet jede intensive Berührung, die durch die Körperwärme seiner Besucher erzeugt wird auf und wird für den einzelnen Betrachter somit zum Dokument seiner Vorgänger, zur Moment- aufnahme eines Prozesses von unbestimmtem Ausgang.                                                                            








Hopfenleitern
2008, alte Hopfenleitern in einem leerstehenden Hopfengarten,50m x 50m x 10m
(Ausschnitt) Josef Guggenberger
Betreten auf eigene Gefahr: Möglichkeiten und Aussichten
Eine Komposition aus alten Leitern erstreckt sich über einen stillgelegten Hopfengarten. Die Installation wirkt auf den ersten Blick unauffällig, sie scheint stimmig in ihrer Umgebung aufzugehen. Und doch entwirft die Künstlerin einen Raum, der das reduzierte und nackte Gerüst dieser Anbaufläche überzeichnet: Es fehlt der Hopfen, welcher – so die Grundannahme – durch stetes Emporwachsen die dritte Dimension dieses Raumes ausfüllen müsste. Ohne pragmatischen Nutzen also stehen die Leitern hier, offen und frei zugänglich; lediglich ein kleines Hinweisschild trägt die Aufschrift: „Betreten der Leitern auf eigene Gefahr“. Die bloße Möglichkeit, eine dieser Leitern hinaufzusteigen, eröffnet dem Betrachter nun die körperliche oder imaginative Erfahrung der ‚fehlenden’ dritten Dimension. Der mutige Rezipient, der den Aufstieg auf die alten, krummen Holzleitern wagt, erarbeitet sich Schritt für Schritt Aussicht und Überblick. Im doppelten Wortsinn ‚darüber hinaus’ ragt eine einzelne, überlange Leiter, welche die Ausdehnung des klar definierten Quaders durchbricht und nach oben hin öffnet. Wiederum zeigt sich hier die werkimmanente Gelegenheit für den Rezipienten, den Raum nicht nur zu erfahren, sondern ihn sogar zu erweitern und zu verlassen – obgleich hier wegen der Brüchigkeit der überlangen Leiter die geistige Vergegenwärtigung wohl an die Stelle der physischen Erfahrung treten muss.








Schicht für Schicht
2008-2009, Marmor, je Foto: 13,5 cm x 20,2cm, Steinstaub: 80cm x
55cm x 45cm
Als Ausgangpunkt der Arbeit dient ein alter Marmorblock, dessen Oberfläche mit einer gräulichen Patina überzogen ist. Der bildhauerische Prozess findet ausschließlich auf einer Seite des Steinblocks statt: Zunächst entstehen zarte Spuren, welche die Risse des alten Steines um- zeichnen. Diese bleiben nun zwischen dem funkelnd hervorkommenden Stein stehen. Nach Vollendung dieses ersten Reliefs wird das Bild wieder gelöscht. Schrittweise verschwinden die feinen Stege und weichen einem glatt gespitzten Weiß. Auf dieser flachgehauenen Oberfläche entsteht nun schon das nächste Bild. Diesmal gehen die Formen mehr in die Tiefe, orientieren sich jedoch wieder an der Maserung des Steins. Auch dieses Relief weicht wieder einer blanken Fläche. Nach und nach wird der Stein immer dünner, da in jeder Schicht ein Bild entsteht, welches nach seiner Fertigstellung wieder abgehauen wird.
Am Ende ist der Stein zu Staub gehauen. Es bleiben je- doch die Fotos einer jeden Schicht, die die Erinnerung an die im Stein gefundenen Geschichten dokumentieren.





                                  




Steinscheiben
2006, Diabase, 65cm x 20cm x 25cm 2006, Marmor, 60cm x 15cm x 25cm
2006, Marmor, 100cm x 15cm x 2cm
Stein, ein uraltes Material, das für Beständigkeit steht, wird in dieser Arbeit in feine Scheiben geschnitten. Durch diese Bearbeitung wird ihm seine charakteristische Eigenheit – die Schwere – genommen. Dank dem neuen filigranen Ausdruck entsteht die Möglichkeit einer anderen Sichtweise: Das Innerste des Steins kann nun betrachtet werden und so werden die natürlichen Zeichnungen und Texturen des Steins für den Betrachter sichtbar.




    







Pflanzen
2005, Fotografie




Vita
2005-2012
Studium an der Akademie der Bildenden Künste, München
Examenspreis für herausragende künstlerische Leistungen
2008-2009
Erasmus-Auslandssemester an der Universidad de Barcelona, Spanien
2008
Dr. Reismüller Stiftung (Stipendium Carrara, Italien)
2007-2009
Hilfskraft in der Studienwerkstatt für Steinbildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München

Ausstellungen
2013
Debütantenausstellung in der AdBK München
„Wkin=Wpot“
VBK Förderausstellung, mit Landspersky&Landspersky im Kunstpavillon, München
2010
"Feldflug"
Austellung mit der Klasse Hien (Puchheim)
2010
"Emsch 2010" im Goldenen Dorf
2009
„Premio Internazionale di Scultura“
Arcevia Rotary Club (Italien) 1.Preis
2009
„Performance und Installation“
zusammen mit Florian Rautenberg
an der Akademie der Bildenden Künste München
2008
„Bittergrün“
Ausstellung mit der Klasse Hien (Holledau)
2005
„Kunst in Sendling“
Ausstellung im Atelier Christiane Demenat (München)







(http://www.marie-madlen.com/   out of order at the moment)


Marie-Madlen Weber  


Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München
ab 2005. Klasse Hien.

Letzte Aktualisierung dieser Seite
am 07.08.2016.


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